
Wir suchen Menschen mit handwerklichen Fähigkeiten (Ausbildung oder Erfahrung). Du weißt, wie die Arbeit getan wird, möchtest aber mehr erforschen, erlernen, erleben? Dann nimm als Bürgerwissenschaftler*in an unserem Projekt „Region als Werkstatt“ teil!
Erfahrung durch Experimentieren
An diesen drei Orten wird nicht für Kunden gearbeitet, sondern für die Bauwende, für Nachhaltigkeit, für Gemeinschaft und Artenschutz. In nachhaltigen, praktischen, gemeinschaftlichen Prozessen. Ist das Luxus oder ist das die Zukunft? Was kann das Handwerk davon lernen? Das möchten wir in der Handwerks-Forschungszeit herausfinden.
An allen drei Orten gibt es sowohl spannende, ungewöhnliche und unkonventionelle handwerkliche Ansätze, bei denen du mitmachen und selbst Projekte umsetzen kannst: Bauweisen, Verarbeitungsideen, Materialien, Arbeitsstrukturen. Wenn du bereit bist, dich auf ein ganzheitliches Lern- und Forschungserlebnis einzurichten, unterstützen dich an jedem Ort Forschungsbegleiter*innen mit eigener handwerklicher Erfahrung darin, deine geeigneten Einsatzorte und Experimentierfelder zu finden.
Forschung
Während deiner Arbeit an deinem eigenen Projekt wirst du Bürgerwissenschaftler*in. Das bedeutet: Du bist nicht nur Handwerker*in, sondern reflektierst und dokumentierst deine Erkenntnisse und Erfahrungen.
Das beteiligte Thünen-Institut für Regionalentwicklung schlägt dafür geeignete Methoden vor, wie du deine Beobachtungen und Erkenntnisse festhalten kannst, z.B. per Notizen, Sprachmemos, Fotos, Video o.ä. Auch wird es regelmäßige Austauschrunden mit den Teilnehmenden aller Einsatzorte geben. Klar ist, dass du neben der handwerklichen Arbeit Zeit brauchst, um deine Erfahrungen zu reflektieren.
Aus den Ergebnissen dieser Forschung sollen Vorschläge entwickelt werden, die in die Handwerksausbildung und in die Weiterbildung einfließen können, um Handwerk insbesondere in ländlichen Räumen langfristig attraktiv und resilient zu machen.

Honorar
Du bekommst ein Jahr lang ein Honorar in Höhe von 1440,- Euro monatlich (ggf. plus USt., falls du USt.-pflichtig bist) für eine halbe Stelle als Handwerksforscher*in. Dafür stellst du uns monatlich eine Rechnung.
Bitte beachte:
- Wenn du nicht anderweitig krankenversichert bist, musst du von diesem Geld auch deine Krankenversicherung bestreiten
- Wenn du für die Zeit deiner Handwerks-Forschung vor Ort an einem der Experimentierort lebst, musst du dort Unterkunft und Verpflegung bezahlen (bis zu 35,- Euro/Tag)
- Da mit dem Honorar eine halbe Stelle vergütet wird, darfst du es 12 Monate lang in Rechnung stellen, während wir deinen vollen Einsatz an den Experimentierorten nur in sechs Monaten in dieser Zeit erwarten – siehe nächsten Absatz

Praxis
Wir wählen 12 Handwerks-Forscher*innen aus und schlagen vor, dass jeweils vier davon zusammen jeweils zwei Monate an jedem Experimentierort verbringen – dann wärst du dreimal zwei Monate an jedem der Experimentierorte.
Die Praxiszeit ist zwischen Frühjahr 2027 und Frühjahr 2028 vorgesehen, wir planen die drei zweimonatigen Einsätze zwischen März und Oktober 2027.
Aber wir sind flexibel und bitten dich, in deiner Bewerbung zu schildern, was du dir vorstellst und was du brauchst. Vielleicht willst du lieber nur an einem Ort sein, oder du willst nicht wochenlang an den Orten leben, sondern z.B. eine Woche dort und eine zu Hause – das machen wir miteinander aus, wenn du in die engere Auswahlrunde kommst.
Wichtig sind für uns deine Erkenntnisse zu einer anderen Art des handwerklichen Arbeitens.

Orte
Drei Orte freuen sich auf deinen Einsatz und deine Ideen:
Wir bauen Zukunft (Institut für regenerative Baukultur und resilienten Lebensstil gGmbH)
- Earthship
- Tiny Houses
- Bauen mit Recyclingmaterial
- Umgang mit Bestandsgebäuden / Hinterlassenschaften vorheriger Nutzungen
- Makerspace

Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide (Stiftung Reepsholt für Naturschutz und umweltgerechte Ressourcennutzung)
- Artenschutz am Gebäude
- Landschaftspflege/Biomasse-Nutzung
- Beleuchtungsumstellung (Reduktion von Lichtverschmutzung)

Ökodorf Sieben Linden (Blühende Landschaften e.V.)
- Ökologischer Bau mit Lehm und Stroh
- Mobile temporäre ökologische Wohnlösungen und Low Tech
- Market Gardening, solidarische Landwirtschaft, Lebensmittelveredelung
- Kreislaufwirtschaft und Biogas
- Agro-Forst und Waldumbau

Die drei Orte sind unterschiedlich ausgerichtet. Im Ökodorf Sieben Linden (vertreten vom Blühende Landschaften e.V.) steht ein gemeinschaftliches nachhaltiges Leben im Mittelpunkt, das für die Bewohnenden aber ohne Zuschüsse bezahlbar sein muss – wir nennen es ganzheitliche Alltagsökonomie. Da das Dorf neu aufgebaut wird, spielt Neubau eine große Rolle, aber auch Wald, Garten, Kreislaufwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung bieten handwerkliche Aufgaben.
Bei „Wir bauen Zukunft e.V.“ (vertreten vom Institut für regenerative Baukultur und resilienten Lebensstil gGmbH) steht das experimentelle Bauen und Schaffen sowie die Verwertung von Recyclingbaustoffen im Vordergrund – „zirkuläre Baustoffe und neue Materialien“. Vor Ort wird in Phasen ebenfalls gemeinschaftlich gelebt.
Im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide (vertreten von der Stiftung Reepsholt für Naturschutz und umweltgerechte Ressourcennutzung) steht naturschützende Methodik im Vordergrund, in der Struktur eines staatlich geförderten Naturparks; eines Zusammenschlusses mehrerer Gemeinden. Im handwerklichen Schaffen bedarf es innovativer und unkonventioneller Lösungen, wenn Artenschutz und Landschaftspflege die vorrangigen Ziele sind.
Kannst du dir vorstellen, diese Orte und deinen Erfahrungsschatz durch deine Mitarbeit zu bereichern? Wir sind gespannt auf eine einzigartige Zeit in einem neuartigen, zukunftsweisenden Forschungsprojekt.



